Zur Geschichte
Das ehemalige Küsterhaus am Kirchplatz 6 in Wallenhorst wurde 1883/84 im Zusammenhang mit dem Neubau der Kirche Neu-St. Alexander errichtet. Es ist Teil einer Gruppe kirchlicher Bauten, die rund um den Kirchplatz entstanden, später aber durch Neubauten ersetzt oder erheblich verändert wurden: Pfarrhaus 1884, Schule 1886 und Kaplanei 1890.

GrundrissDie Wahl des Bauplatzes fiel auf das zur Küsterei gehörende Grundstück auf dem »Bokholt«, auch »Küsters Mißgunst« genannt. Heute markiert die alte Küsterei die Schnittstelle zwischen dem modernen Rathaus und dem historischen Kirchplatz.

Das Küstereigebäude entspricht typologisch dem traditionellen Kotten der Heuerleute. Das eingeschossige Gebäude mit Satteldach steht traufständig zu Straße und Platz. Die Außenmauern sind in sandgelben Hollager Kalkbruchstein aufgemauert. Die Fassaden sind entsprechend der dahinter liegenden Nutzungen in regelmäßig gegliederte Schmuckseiten und eine unregelmäßige Rückseite unterschieden.

AußenansichtAn der Nordseite betont die »Grot Dör« mit breitem Segmentboden die Mittelachse. An der rechten Seite wurde später die sogenannte Utflucht angefügt, ein niedriger, in rotem Backstein gemauerter Stall mit Satteldach. Die Küsterei, als letztes im ursprünglichen Zustand erhaltene Gebäude, gibt dem Kirchplatz maßgeblich räumlichen Halt und Identität.

Im März 1999 wurde die alte Küsterei vom Land zum Denkmal erklärt. Sie wird nach der Umnutzung und Sanierung zu einem Gourmetrestaurant für die Allgemeinheit zugänglich sein.